Chronik-1

Zeittafel Teil 1 – Vom Anfang bis 1800 ▼ und 1900 ▼

Ob schon Jäger der Steinzeit hier ihre Lager hatten, kann nur vermutet werden. Urnenfunde weisen jedenfalls darauf hin, dass das Gebiet bei Dollbergen schon in der Eisenzeit vor 3000 Jahren besiedelt war.

Römer und Sachsen

Kamen die Römer auf Handelsexpeditionen auf Elbe und Weser auch bis Dollbergen? Welche Germanen-Stämme waren damals hier zuhause? Chauken, Cherusker, Langobarden oder Fosen? Im zweiten Jahrhundert dann machten sich von Nordosten her die Sachsen auf, das Land südwestlich der Elbe in Besitz zu nehmen.

Christianisierung

Die sächsischen Ostfalen unter Hessi unterwerfen sich bereits im Jahr 775 den Franken (Karl der Große). Es folgt die Zwangsbekehrung durch die Karolinger.

Welfen und Staufer, Meinersen und Hildesheim

Unruhige Zeiten in Europa, auch die lokalen Herrscher kämpfen um Territorien und Lehnsrechte.

Das Jahr 1226

Älteste heute bekannte Erwähnung Dollbergens in einer erhaltenen Urkunde (Lehnregister): der Edle Luthard Herr von Meinersen belehnt Ekbertus von Dollbergen und Brüder (Theodoricus, Herebrandus) mit drei Hufen. Dörnten (= im Ort Dörnten laut Archäologe Thomas Budde, März 2009). Eine in Neuenkirchen.

„Ekbertus de dolberge et fratres suj
tres mansos. dornede. et unam nienkerke“.

1287

Dollberger Bauern zahlen den „Zehnten“ an das Kloster Wienhausen.

1360

Johann von Garßenbüttel erhält neun Hufen und drei Hütten (Kötnerstellen) in Dollbergen als Lehen.

1421

Fehde der welfischen Herzöge mit dem Bischof von Hildesheim.

1500

Herzog Heinrich der Mittlere beschenkt Heinrich von Saldern mit dem Dorfe Dollbergen.

Hildesheimer Stiftsfehde (1519 bis 1523)

Stark wird die Gegend um Burgdorf in Mitleidenschaft gezogen. Am 10. Juni 1519 brennen die Kriegsvölker der Herzöge von Calenberg und Wolfenbüttel, verbündet mit dem Bischof von Minden, die Stadt Burgdorf nieder. 800 Reiter und 900 Fußknechte fallen über Burgdorf und Umgebung her. Auf ihrem weiteren Zug nach Burgwedel (Pfingsten niedergebrannt) und von dort über Müggenburg und Bröckel in das Amt Meinersen zerstören sie zahlreiche Dörfer, deren Einwohner die Brandschatzung nicht zahlen können oder wollen.
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1525

Um diese Zeit wird das Dorf evangelisch.

1549

Erzbischof Adolf zu Köln und Graf Otto zu Hildesheim belehnen Rudolf von Garßenbüttel mit dem ganzen Dorf Dollbergen.

1550

In Dollbergen gibt es 31 Bauernstellen verschiedener Größe.

1553

Schlacht bei Sievershausen. Kurfürst Moritz hatte sich den Plünderzügen des Markgrafen Albrecht Alcibiades von Brandenburg-Kulmbach mit seiner Infanterie bei Sievershausen entgegengestellt (obwohl der Moritz bei der für beide Seiten verlustreichen Schlacht ums Leben kam, waren die kurfürstlichen Truppen und ihre Verbündeten siegreich).

1563/64

Dollbergen im Untertanenverzeichnis des Fürstentum Lüneburg aufgeführt.

1581

Die Abbenser Wassermühle wird auf Befehl des Herzogs Wilhelm zerstört und durch die Neue Mühle vor Oelerse ersetzt.

1590

Streit mit dem Abbenser Gutsherrn wegen Anlegung eines Entenpfuhls.

1613

Bau der ersten Schule (am Dorfplatz).

Dreißigjähriger Krieg (1618 – 1648)

1625

Dänische Soldaten plündern das Dorf.

1627

Tillys Soldaten plündern das Dorf.

1628

Das Dorf hat 20 Halbhöfe, 10 Kötner und 5 Häuslinge.

1632

Wegen der gefährdeten Lage von Sievershausen wird Gottesdienst des Kirchspiels in Dollbergen abgehalten.

1635

Die Schweden bedrücken das Dorf mit Einquartierungen und Abgaben.

1636

Das heute [1973, inzwischen abgerissen] älteste Haus des Dorfes entsteht. (Henges Hof Nr. 2, Helmuth Brandes).

1646

Unsere Bauern überlassen auf Fürsprache von Pastor Römling, Sievershausen, dem Schulmeister „Zwei Stück Ackerland“ bei der Katenser Horst (Im Holze).

1657

Herr von Bülow auf Essenrode berichtet, dass ihm in Dollbergen 16 Bauern zinspflichtig seien.

1685

Dollbergen hat 254 Einwohner.

1705

Die Dollberger werden dem Gut Abbensen dienst- und zehntpflichtig.

1737

Der Abbenser Damm wird in Landfolge gebaut. Das Dorf hat 32 Feuerstellen (Wohnhäuser).

4. August 1746 1743

Dollberger Kapelle durch Blitzschlag während des Gottesdienstes abgebrannt. Dabei kommen fünf Menschen ums Leben. Schon bald nach Beginn der Kinderlehre kommt ein Gewitter herauf, und schon einer der ersten schweren Schläge trifft die Kapelle. Der Blitz zündet die dürren und ausgetrockneten Bänke, Kanzel und Altar, die Balken, alles, was brennen kann, und „fünf Leben endete ein Schlag“ .

Siebenjähriger Krieg (1756 bis 1763)

1757

Das Kurfürstentum Hannover und das Königreich England, durch Personalunion verbunden, stehen auf Seiten des Preußenkönigs. Französische Truppen besetzen deswegen 1758 unsere Heimat. Unser Dorf hat schwer an den Lasten zu tragen. Ein Hospital ist einzurichten, 150 Artillerie-Pferde unterzubringen und umfangreiche Fouragelieferungen einzurichten. In den beiden Jahren nehmen der Pferdebestand um 29 und der Rindviehbestand um 93 Stück ab.

1770

Streit mit Oelerse um die Feldmarkgrenzen.

1777

In einer Liste der Landfolgepflichtigen erscheinen zum ersten Mal Hausnummern.

1783

Kapelle

Kapelle vor 200 Jahren


Die neu erbaute Kapelle wird eingeweiht.

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1800 bis 1900

1800

Kartoffelanbau beginnt.

1802

Auf dem Kapellenberg wird die zweite Schule gebaut.

1803

Die alte Schule wird an den Schmied Spötter aus Abbensen verkauft.

Französische Fremdherrschaft (Napoléon Bonaparte)

1804

Fünf junge Männer treten in die unter dem nominellen Oberbefehl des Herzogs von Cambridge stehende Königlich Deutsche Legion ein zum Kampf gegen Napoleon.

1807

Die Häuser des Kötners Giere (Nr. 22) und Lahmann (Nr. 23) werden am 10. August durch Blitzschlag zerstört.

1812

Erste Wahl eines Gemeindevorstehers (Bürgermeisters): Geschworener Georg Asseburg.

1815

Hans Heinrich Klusmann aus Kohrs Hof nimmt an der Schlacht bei Waterloo teil.

In dieser Schlacht besiegen das britische und das preußische Heer unter Herzog von Wellington bzw. Generalfeldmarschall Gebhard Leberecht von Blücher am 18. Juni 1815 vernichtend die von Napoleon I. geführte französische Nordarmee, nachdem der Kaiser zwei Tage zuvor bei Ligny noch die preußischen Truppen geschlagen hat. Damit ist Napoleons „Herrschaft der 100 Tage“ beendet.
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1822

Teilung der gemeinsamen Fleitsheide zwischen Dollbergen, Oelerse und Schwüblingsen.

1840

Ablösung des „Zehnten“.

1852

Die Vogtei Uetze kommt zum Amt nach Burgdorf und damit auch Dollbergen.

1853

Abschluss der Verkoppelung in Dollbergen.

Anlage des Friedhofs in Dollbergen (Fuhsestraße).

1854

Zwischen der Masch und der Wolfsförder Mühle wird zur Entwässerung der Kanal angelegt. Neben der Entwässerung dient der Kanal nach Anlage von Stauanlagen (1858) auch der Bewässerung der Wiesen.

1858

Dollbergen hat 367 Einwohner in 67 Wohngebäuden und 98 Haushaltungen.

1861

Das Gemeindebackhaus entsteht.

1866

„Waterloo“-Klussmann legt aus Protest gegen die preußische Annexion sein Amt als Geschworener nieder.

1867

Sieben junge Leute des Dorfes treten in die in Paris gegründete Welfen-Legion ein.

1871

Bahnhof

Bahnhof Dollbergen


Eröffnung des Zugverkehrs Lehrte-Stendal über Dollbergen.

1876

Klaren Lahmanns Hofgebäude werden am 12. August 1876 zum zweiten Mal durch Feuer zerstört und an die Fuhsestraße verlegt.

1880

Schriftliche Aufzeichnungen über das Feuerlöschwesen in Dollbergen finden sich in einem Protokollbuch der Gemeinde aus dem Jahre 1880. Um diese Zeit wird das Spritzenhaus am alten Friedhof (Fuhsestraße/Ecke Pappelweg, heute Verkehrsinsel) gebaut. Zum Bau des Hauses werden 1000 Mark angeliehen, die Tilgung soll mit jährlich 200 Mark erfolgen. An Löschgeräten sind zu diesem Zeitpunkt vorhanden: lederne Feuereimer, Feuerhaken zum Einreißen von Dächern und Wänden.
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1882 ?

Buer Klusmanns Altenteilerhaus wird von spielenden Kindern niedergebrannt.

1883

Im Winterhalbjahr Gründung des Männergesangvereins Dollbergen. Adolf Spötter und Adolf Heuer sind von Anfang an dabei und werden später zu Ehrenmitgliedern ernannt (ebenso Heinrich Oelker und Albert Meyer).
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1885

Der Kreis Burgdorf wird geschaffen. 27 Dollberger Bauern erwerben die Katenser Horst und begründen die „Interessentenforst“. Das Dorf ist auf 435 Einwohner gewachsen.

1888

Die Scheune auf Bohn Hennigs Hofe wird am 23. Juli durch Blitzschlag zerstört.

1890

Schneider Heinrich Oelker sen. eröffnet am 1. Juli 1890 einen kleinen Garn- und Textilwarenladen.

1891

3. Schule

Schulhaus an der Fuhsestraße


An der Fuhsestraße wird die dritte Schule des Dorfes gebaut.

1894

Erste Poststelle im Gasthaus Frehe.

1895/96

Die Kaufleute Christian Bredemeyer und Karl Greve aus Hannover erbauen auf dem späteren Gelände Haberland eine Likörfabrik und Brennerei.

1900

Dollbergen hat 571 Einwohner in 90 Wohnhäusern.

Quellenangabe

(bis 1973:) Gustav Hennigs: Dollbergen einst und jetzt, Dollbergen 1973, Seite 449 ff.
Fritz Hennigs: Chronik der Dorfschaft Dollbergen, Lehrte 1925
Georg Fromme: Kleine Chronik der Primariatspfarre Sievershausen, Hannover 1889
Heinrich Brandes: Hofchronik
Matthias Blazek (bl): 100 Jahre Ortsfeuerwehr Dollbergen 1909-2009, Adelheidsdorf/Dollbergen 2008
Niedersächsisches Landesarchiv -Hauptstaatsarchiv Hannover- Hann. 74 Burgdorf Fach 129 Nr. 8

Die Bilder auf dieser Seite sind Ausschnitte aus alten Postkarten.

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