Dorferlebnispfad

Der Dorferlebnispfad Dollbergen wurde am 10. Mai 2009 eröffnet.

Gartenregion Hannover 2009

Dollbergen beteiligte sich mit dem Dorf-Erlebnispfad am Projekt „Gartenregion Hannover“.

Was ist so Besonderes an diesem Ort, dass man dafür einen extra Infopfad anlegen musste? Die Antwort: Eigentlich gar nichts.

Es ist ein ganz normales Dorf in Niedersachsen. Ein paar alte Bauernhäuser, Gärten, Neubaugebiete und viel Natur drum herum. Und genau das ist es, was die Arbeitsgruppe den Besuchern des Pfades zeigen will: Ein typisches Dorf, mit seiner Geschichte, seinen Gärten, der Entwicklung vom Bauerndorf zum Industriestandort und bevorzugter ländlicher Wohngegend in Großstadtnähe – und einer großartigen Naturlandschaft am Dorfrand.

Ein Infoblatt zum Herunterladen gibt es unter Dateien in der Navigation.

Gartenregion 2009. Wir machen mit

Thematik des Pfades

Wie leben die Menschen hier heute, wie lebten sie hier in früheren Zeiten, welche Fehler wurden in der Vergangenheit gemacht und wie sieht wohl die Zukunft aus? Welche Rolle spielt der nahe Fluss, die Fuhse, in diesen Überlegungen. War er der Grund für eine Besiedlung an diesem Fleck? Welche Folgen hatte das Eingreifen in die Natur durch den Menschen? Denn auch in der Landschaft hat es im Laufe der Vergangenheit drastische Veränderungen gegeben, durch Flussbegradigungen und kulturelles Schaffen, durch Bebauung, Abbau von Bodenschätzen, Rodung und Landwirtschaft. Welche Auswirkungen hatte die Industrialisierung und die Anbindung an die Bahnlinie Hannover/Wolfsburg? Das alles und noch viel mehr gibt es auf der Tour durch das Dorf zu entdecken.

Außen rum oder mitten mang?

Auf welche Weise der Besucher in unser Dorf kommt, ist höchst unterschiedlich. Für Gäste, die mit dem eigenen Auto anreisen, gibt es wie gesagt, die Möglichkeit, an der Schule oder auch um die Ecke am Friedhof zu parken – und natürlich an beliebiger Stelle im Ort. So lässt sich das Dorf zu Fuß gut erkunden, kurze Wege, die auch mit kleinen Kindern oder älteren Bürgern zu bewältigen sind. Die Wanderung kann der Nummerierung der Tafeln folgen – muss aber nicht, denn ein Einstieg an beliebiger Stelle ist auch möglich. Oder man sucht sich nur einzelne Schwerpunkte heraus, und besucht den Rest ein anderes Mal. Alles ist möglich.

Für die Teile des Weges, die etwas außerhalb liegen, wie etwa rund um die Fuhse oder den Moorweg, empfiehlt sich festes Schuhwerk, da es sich um Feldwege handelt.

Anfahrt

Bahnreisende, die mit dem Regionalzug (Linie R30) am Bahnhof ankommen, können von Montag bis Samstag die Bus-Linien 946 und 950 zur Fahrt in das innere Dorf nutzen, an Sonn- und Feiertagen muss etwas anders geplant werden, da keine Busse fahren außer dem Rufbus. Aber hier lässt sich entweder ein Fahrrad mitbringen oder bei vorheriger Anmeldung lässt sich bestimmt ein Fahrdienst organisieren (siehe Punkt Führungen weiter unten im Text).
Autofahrer können ihr Fahrzeug auf dem Parkplatz an der Schule abstellen oder am Straßenrand der Nebenstraßen.
Radfahrer können sich neben der inneren Tour auch auf die große Route machen, die rund um das Dorf führt, denn da gibt es auch einiges zu entdecken. Dollbergen hat eine Ausdehnung von jeweils etwa 3 km von Nord nach Süd und von Ost nach West.
Bunte Beschilderungen der Region bilden ein Leitsystem, das zu den einzelnen Infopunkten führt. An einigen Stationen klären Infotafeln mit Bildern und Texten über Besonderheiten an jener Stelle auf, an anderen darf der Besucher einfach nur die schöne Aussicht genießen. Dazu gibt es an verschiedenen Stellen Ruhebänke und sogar Picknickplätze. Zudem kann nach der Tour in der Gastronomie des Ortes eingekehrt werden und zu Veranstaltungen gibt es extra Angebote (Termine stehen im Kalender).

Die einzelnen Tafeln sind als Vorschau mit bebildert im Unterordner beschrieben. Ein echtes Erlebnis ist es allerdings, sich einer Begehung unter Leitung eines Dorfkundigen anzuschließen.

Willkommen in Dollbergen – die Begrüßungstafeln

Willkommenstafeln

1. Eine Begrüßungstafel steht gleich am Bahnhof Dollbergen – für Besucher, die mit dem Zug anreisen. Ohne die Anbindung an die Bahnlinie Hannover-Wolfsburg im Jahr 1871 wäre das Dorf heute wohl nicht, was es jetzt ist. Das gilt ebenso für die Raffinerie nördlich des Bahnhofs. Die MRD, der größte und modernste altölaufbereitende Betrieb Europas, ist hier ansässig. Östlich des Bahnhofs befinden sich die landwirtschaftlichen Betriebe Groka und Deyerling, die hauptsächlich Kartoffeln, aber auch Zwiebeln und anderes Gemüse lagern und vermarkten.
Beide für Dollbergen so wichtige Gewerbe sind auf dem Wappen Dollbergens vereint, das eine Kartoffelpflanze und Öldestilliertürme zeigt.

2. Ein weiterer Startpunkt wurde an der Grundschule, Ackersbergstraße 6 eingerichtet. Die Löwenzahnschule ist laut Chronik des Dorfes die vierte der Dorfschulen, die nacheinander seit 1613 gebaut wurden. Dort ist eine Bushaltestelle, es sind Parkmöglichkeiten sowie Gastronomie, mit Toiletten (TSV-Sportheim), vorhanden, und ein Spielplatz (auf dem teils naturnah umgestalteten Schulhof) für kleine und größere Kinder.
Gleich in der Nähe befindet sich die erste Infotafel auf dem inneren Rundkurs des Pfades.

Die 17 weiteren Standorte der Infotafeln im Einzelnen

Da es sich um einen Rundkurs handelt, kann der Pfad an beliebiger Stelle betreten werden. Die Nummerierung dient lediglich der Kennzeichnung. Hier einige Kurzbeschreibungen, mehr Text auf den Unterseiten. Am besten ist jedoch, den Pfad persönlich abzuschreiten und sich bei den geführten Touren jede Menge Extrawissen zu holen. Selbst Bewohner des Dorfes staunen manchmal, was es da noch über ihren Wohnort zu erfahren gibt!

  • 1. Mit der ersten Infotafel an der Ackersbergstraße begibt sich der Gast in die Baugeschichte des Ortes.
  • 2. Wie es damit weiterging, ist auf Tafel 2 erläutert.
  • 3. Hier sieht man die dritte Schule des Dorfes, die 1891 gebaut wurde und heute als Wohnhaus genutzt wird.
  • 4. Pralle Natur – mitten im Dorf. Gegenüber dem Ehrenmalsplatz, einem ehemaligen Friedhof, befindet sich eine kleine, alte Scheune mit Lehmverputz. Dort legen jedes Frühjahr Pelzbienen ihre Brutgänge an und in der Scheune haben es sich sommers Fledermäuse gemütlich gemacht.
  • 5. Der Wendland-Hof, nach den heutigen Besitzern genannt, in früherer Zeit auch als Rieks (die Reichen) im Dorf bekannt.
  • 6. Was das Zwerchfell mit dem Zwerchgiebel-Haus zu tun hat, wird an dieser Station erklärt.
  • 7. Dorfrand und Maschwiesen im Landschaftsschutzgebiet Fuhsetal.
  • 8. Renaturierung des Flusses, Rückbau von Wiesenbewässerungsanlagen wie dem Stauwehr und Umbau zur Sohlgleite. Kanuten auf der Fuhse freuen sich, ebenso wie die Tiere im Fluss.
  • 9. Picknick an der Fuhsebrücke, das alte Dorf im Rücken, die Natur des Flusstals vor Augen.
  • 10. Die Tafel am Vierständerfachwerkhaus, Bohns Hof.
  • Insektenhotel. Zwischen der Pulttafel 10 am Vierständerfachwerkhaus und der Tafel 11 an der Kirche befindet sich der Platz mit der Friedenseiche, das erste Projekt der AG.
  • 11. Die oft fotografierte Kirche Dollbergens im alten Dorfkern, mit Storchennest, aber seit 2003 ohne Störche. Ein Rätsel für die Naturschützer, denn das Fuhsetal bietet eigentlich alles, was Störche so brauchen.
  • 12. Alte Hofanlage, seit Jahren bereits unter Denkmalschutz stehend. Wie die meisten Höfe Dollbergens lässt sich auch hier die Geschichte mindestens bis zum Lehnregister derer von Meinersen aus dem 15. Jahrhundert zurückverfolgen. Besiedelt ist das Dorf aber vermutlich schon in der Bronzezeit.
  • 13. Einer der schönsten Ausblicke in die Fuhselandschaft. Weg ins Moor.
  • 14. Jede Reihestelle hatte Anteile am Gemeinschaftseigentum, der Allmende. Hier im Moor lagen 28 der insgesamt 35 Parzellen (34 Reihestellen plus Anteil der Schule). Die Braunfärbung des Wassers kommt durch Ausspülungen im Ortstein, wobei tonige Erden, Humusboden und nicht zuletzt Eisen eine Rolle spielen.
  • 15. Ausblick auf die Oelerser Mühle im Südwesten. Was unter der Grasnarbe der Flussaue für Schätze lagern, müssen archäologische Grabungen nachweisen. Man munkelt von einem mittelalterlichen Burgensystem. (Der Peiner Archäologe Thomas Budde weiß mehr darüber.) Auch ein Altarm der Fuhse ist noch schwach erkennbar. Östlich der Abzweigung, im Erlenbruch des kleinen Moores, haben Graureiher ihre Nester in die Baumwipfel gebaut.
  • 15a. An der Umgehungsstraße ist die neueste Erweiterung zu Besichtigen: eine Streuobstwiese mit Insektenhotel, und Picknickbänken.
  • 16. Der letzte Punkt der inneren Route liegt wieder inmitten des Dorfes. Wir stehen an der Seilergasse und lernen woher diese ihren Namen hat.

Sehenswertes am Rande

Als weitere Sehenswürdigkeit bietet sich ein Blick auf die stillgelegte Windmühle am westlichen Ortsrand an, ein Besuch in die Neubaugebiete dort, im Süden die Streuobstwiese – oder wer mit dem Rad unterwegs ist, erkundet in Dollbergens Norden die Mineralölraffinerie und die Kartoffellagerhallen, zu denen ein relativ neuer und bequemer Radweg neben der Landstraße K-141 führt.

Weiterhin erwähnenswert wäre der Privat-See zwischen Ackersberg und Pappelweg, und der öffentliche Grillplatz „Bullenkoppel“ am Pappelweg. Der Weg auf dem Fahrrad führt außerdem durch eine spektakuläre Naturlandschaft auf einem befestigten Weg, dem sogenannten Kanalsweg. Wer Glück hat, kann hier Storch, Grau- und Silberreiher und Eisvogel beobachten, eher sehr selten den Großen Brachvogel. Ansonsten stehen hier sommers Kühe, Schafe und Pferde zwischen Gras, Orchideen und kleinen Waldstücken im Tal der Fuhse bei Dollbergen.

Informationsmaterial

Eine Broschüre zum Erlebnispfad Dollbergen, Flyer Dorferlebnispfad-Dollbergen, ist als PDF-Datei unter:
Dateien herunterzuladen.

Öffnungszeiten: Der Pfad ist jederzeit und ganzjährig geöffnet (Gruppen-Führungen nach Anmeldung). Der Eintritt ist natürlich frei. Hunde – und Kinder – dürfen mitgeführt werden.

Veranstaltungen und Führungen

Alle Veranstaltungen rund um Dollbergen sind aktuell dem Dorfkalender dieser Seite zu entnehmen.

In den Sommermonaten von Mai bis September bietet die Arbeitsgemeinschaft Dorferlebnispfad, nun dem Heimatverein Dollbergen angegliedert, Führungen über den Pfad an.
Gruppen bitte verbindlich anmelden! Am besten über das Kontaktformular dieser Seite oder telefonisch bei Hennig Rase (Fon: 1577) oder Axel Schumann (Fon: 92 23 64 ab 19 Uhr).

(Stand: Mai 2015)